Wegkreuze und Marterl

17 Wegkreuze und Marterl


Nicht nur im Wonnemonat Mai treibt es die Menschen regelrecht bei den durch viel Sonnenschein einhergehenden warmen Temperaturen ins Freie. Ob Radtouren oder Spaziergänge - unsere heimische Landschaft bietet für jeden Naturliebhaber etwas Wunderschönes. Blühende Wiesen und Obstbäumen sowie Blumen verschiedenster Farben und Größen erfreuen die Herzen der Wanderer und Radfahrer. Und noch etwas ganz Besonderes hat der Mai an sich: es ist der große Wallfahrtsmonat! Neben Bittgängen und Flurumgängen strömen Tausende in Fußwallfahrten in die Natur, um GOTT für die Schöpfung zu danken. „Schon immer haben mich beim Walken die seit vielen Jahren aufgestellten Flur- und Wegkreuze sowie Marterl interessiert“, so Pressewart Bernhard Hegenberger. Zum einen, weil die an Wegkreuzungen oder Ortseinfahrten, am Feldrand oder nahe am Wald jedes für sich ein besonderes Schicksal hat und zum anderen, weil die Sprüche auf den aus Holz, Eisen oder Stein befindlichen Exponaten zu denken geben. Die Wegkreuze sind Anhaltspunkte für Wallfahrts- oder Prozessionswege – und die gibt es im Pfarrverband reichlich.Die meisten dieser Wegkreuze stammen aus vergangenen Jahrhunderten, da wurden sie von der Bevölkerung als äußeres Zeichen ihres Glaubens aufgestellt. Manche aus Dankbarkeit für eine Genesung aus Gesundheit oder grundsätzlich zum Dank an den Schöpfer. Andere aber auch als Erinnerung an ein schmerzhaftes Ereignis anlässlich eines Todesfalls. Egal aus welchem Hintergrund die Wegkreuze aufgestellt wurden - auf ihrem Weg zur Arbeit auf dem Feld hielten Menschen oft eine kurze Zeit inne, bekreuzigten sich – oder beteten vor dem Kreuz. Auch heute noch pflegen manche Christen dieses Brauchtum.

 

Willst Du Gottes Allmacht sehn, musst Du auf die Berge gehen.

Willst Du Gottes Liebe sehn, bleibe bei dem Kreuze stehn!

Standorte der 17 Wegkreuze in Tettenwang


  1. Bruckhof-Kreuz - Familie Sebastian Fischer
  2. Eichet-Kreuz - Familie Josef Koch
  3. Gänseliesel-Martel "Hölle" - Familie Michael Forster
  4. Lindenbaum-Kreuz "Ortseingang OST-Sternstr." - Familie Gerhard Eser
  5. Lindenbaum-Kreuz "Ortseingang NORD-Lindenstr." - Familie Eberl Bernhard
  6. Lindenbaum-Kreuz "Ortseingang WEST-Schulstr." - Familie Ernst Siegloff
  7. Lindenbaum-Kreuz "Ortsausgang SÜD-Sternstr." - Familie Moibauer/Schmailzl
  8. Missionskreuz im alten Friedhof - Pfarrei St.Bartholomäus Tettenwang
  9. Missionskreuz im neuen Friedhof - Marktgemeinde Altmannstein
  10. Marinus-Vimius-Zimius.Kreuz an der Hagenhiller Str.
  11. Segelsbergkreuz am Harkenbuckel
  12. Waldkreuz "Hirschgret" - Familie Michael Forster
  13. Waldkreuz "Lehmgrube" - neu erbaut 2015 von Johann Ostermann
  14. Wegkreuz Ecke Gebertweg/Sporplatz - Familie Georg Schmailzl (Metzger)
  15. Weidenholzkreuz a.d. Wasserreserve Kiefer- Familie Sedlmeier Johann
  16. Wetterkreuz v.d. Gartenstraße Ortsauswärts - Markt Altmannstein
  17. Ziegelstadel-Kreuz - Familie Johann EberlNeuer Text

Bruckhof-Wegkreuz

Seit vielen Jahrzehnten betreut und pflegt die Familie Sebastian und Magdalene Fischer das Bruckhof-Wegkreuz (1). Egal im Winter oder Sommer lädt das gusseiserne Wegkreuz mit den vergoldeten Figuren des gekreuzigten Jesus Christus und seiner Mutter Maria zu einer kurzen Verweildauer neben einem Lindenbaum Wanderer und Radfahrer ein.

Eichethang-Kreuz

Anlässlich des Wegebaus zu den Eichet-Wäldern ließ Josef Koch im Jahr 1990 dieses Flurkreuz "Am Eichethang" (2) errichten. Gefertigt ist es aus langhaltenden und schwerem Eichenholz, gefertigt von Tettenwanger Zimmerer Michael Eberl. 2012 ließ die Familie Koch das Kreuz renovieren. Schon mehrmals beteten die Pfarrangehörigen vor dem Eichet-Kreuz eine feierliche Maiandacht, einmal umrahmt von den Jagdhornbläsern Schambachtal.

Ziegelstadel-Wegkreuz

Vor gut einem Vierteljahrhundert ließ Sebastian Eberl aus Dank ein schweres Holzkreuz im Weiler Ziegelstadel (3) zimmern. „Das Kreuz wurde 1993 von Konrad Kernl aus Pondorf errichtet“, schildert Eigentümer Hans Eberl. Zu dem Anwesen, das früher auf diesem Gelände stand, gehörte eine Kapelle, die wie das Feldkreuz, zwischen den beiden Lindenbäumen eingebettet war. Nachdem die Kapelle größtenteils eingestürzt war, wurde sie zusammen mit der damals restlichen Hofstelle abgerissen. Dies bewegte die Familie Eberl dazu ein Feldkreuz zu errichten. Der Corpus wurde von dem Kirchenmaler Alfred Wittmann aus Essing renoviert. In den regelmäßigen Abständen pilgert die Pfarrgemeinde am 1.Mai zu Holzkreuzen, betet eine Maiandacht und zieht in einer Lichterprozession wieder zur Pfarrkirche. An alle vier mächtigen Lindenbäume, welche Bischöflich Geistlicher Rat Georg Haas vor mehr als 100 Jahren gepflanzt hat, haben Tettenwanger Familien ein Wegkreuz erstellen lassen.

Sternstraßen-Wegkreuz

"Ora et labora - bete und arbeite" - so heißt es auf dem schmiedeeisernen Wegkreuz am östlichen Ortseingang von Hexenagger nach Tettenwang auf der Sternstraße kommend. Das Kreuz der Familie Gerhard und Maria Eser (4) steht auf einem Steinsockel unter der Linde. Alljährlich ist es gern gesehener Ort der Stille bei Kreuzweg, Maiandacht, Flurumgang.

Lindenbaum-Wegkreuz NORD

Die Familie Bernhard Eberl (5) hat am nördlichen Ortseingang ein schweres Steinkreuz mit der Inschrift „Herr, segne unsere Felder und Fluren“ unweit des Lindenbaums zum Wettersegen aufstellen lassen. Die vorbeigehende Straße hat ihren Namen „Lindenstraße“ auch von den über 100 Jahre alten Lindenbäumen.

Lindenbaum-Wegkreuz SÜD

Wer über die vor kurzem ausgebaute Kreisstraße von Hagenhill kommende in das Hopfendorf Tettenwang einfährt, dem bietet sich eine kurze Rast am Lindenbaum-Kreuz an der beginnenden Schulstraße an. Die Familie Ernst und Christa Siegloff (6) betreut dieses Eisenkreuz mit Figuren Christus und Heiliger Maria.

Moibauer-Wegkreuz

Aufgrund der Erschließungsarbeiten am Neubaugebiet „Am Südhang“ musste 2016 das seit Jahrzehnten dort stehende Feldkreuz der Familie Schmailzl (Moibauer) (7) eine gewisse Zeit weichen. Der Eigentümer und Stifter der Jesus- und Marienfigur nutze diese Ruhephase zur Generalsanierung des Wegkreuzes. Beide aus schwerem Eisen gegossenen Figuren wurden einem frischen buntem Anstrich und auf der Kreuzspitze einem Regenschutz aus Kupferblech unterzogen. Nun glänzt das Wegkreuz wieder, auch rings um das Kreuz wurden zwei langsam wachsende Eiben gepflanzt. Erst vor wenigen Tagen ließen Roland und Birgit Schmailzl durch den Steinmetz Martin Schmailzl das 1883 von Theresia Schmeilzl(!) errichtete Wegkreuz fachmännisch wieder aufstellen. Im Rahmen des dörflichen Flurumgangs wird Pfarrer Wolfgang Stowasser das neurenovierte Kreuz an Christi Himmelfahrt, 30.Mai, nach dem 19-Uhr-Gottesdienst feierlich einweihen. Ob beim Flurumgang, Kreuzweg durchs Dorf oder Treffen von Radfahrern und Spaziergängern sind die vier Lindenbaum-Kreuze gern gesehene Anlaufstelle zur Einkehr und Besinnung.

Drei-Heiligen-Kreuz

Der genaue Hintergrund des an der Kreisstraße nach Hagenhill aufgestellten Wegkreuzes steht nicht mehr fest, doch die drei Heiligen Marinus, Vimius und Zimius (8) – bestens bekannt aus der Wallfahrtskirche in Griesstetten – laden den Vorbeikommenden zur Stille und Gebet ein.

Hirschgret-Wegkreuz

Aufgrund eines Gelübdes anlässlich eines Unglücks ließ die Gastwirtsfamilie Michael Forster (9) an der Gemeindegrenze zwischen Tettenwang und Hagenhill am "Hirschgret" ein Holzkreuz errichten. Inmitten des schlichten Holzkreuzes, erbaut von Zimmerer Michael Eberl, trohnt der aus Bronze gefertigte Gekreuzigte sichtbar.

Segelsberg-Wegkreuz

Das Segelsbergkreuz (10) am Harkenbuckel unweit des Weilers Bruckhof wurde aufgrund des Waldwegebaus in den 90er Jahren errichtet. Das schlichte Holzkreuz, erbaut von Zimmerer Michael Eberl, wurde mit den damaligen Jagdhornbläsern feierlich im Wald eingeweiht.

Ostermann-Waldkreuz

Dass auch in unserer schnelllebigen Zeit Menschen noch Kreuze verehren und pflegen, wurde am Festtag des Heiligen Kilian, dem 8.Juli 2015, unter Beweis gestellt. Im Rahmen eines Freiluftgottesdienst im Tettenwanger Forst weihte der Ortsgeistliche Wolfgang Stowasser ein neues Holzkreuz der Familie Johann und Erna Ostermann (11) ein. Ob zu Fuß, mit dem Rad oder Auto - es gibt viele Möglichkeiten zum Holzkreuz bei der "Lehmgrube" zu kommen. "Das Kreuz ist das Zeichen des Sieges - nicht des Todes" – und "wenn wir ein Kreuz sehen, sollen wir nicht an den Tod, sondern an das Leben denken", so der 58jährige Geistliche bei der Einweihung. Der passionierte Jäger Johann Ostermann hatte das Eichenholzkreuz selbst angefertigt, und zwar zum Gedenken an die verstorbene Maria Wolfsfellner (*1924 +2000) und damit sein persönliches Gelübde eingelöst.

Weidenholz-Kreuz

Oft schon war das Weidenholzkreuz (12) an der Wasserreserve „Am Kiefer“ im nordwestlichen Teil Tettenwangs Ziel einer Maiandacht. Das 1991 im Rahmen des Wegebaus von der Familie Johann und Maria Sedlmeier errichtete gusseiserne Feldkreuz steht auf einem von vielen Löchern ausgespülten Jurafelsen.

Gänseliesel-Marterl

Beim Gänsehüten vom Blitz erschlagen

Das wohl einprägendste und das Jahr über bestbesuchteste Marterl ist wohl das Gänseliesel-Marterl (13). Anlässlich des 100. Todestages der Barbara Angerer am 20.Juni 2012 – so hieß die im Volksmund benannte Gänseliesel – feierte die Pfarrgemeinde einen Gottesdienst am neurenovierten Marterl. Passend zu diesem Jubiläum ließ Land- und Gastwirt Michael Forster von seinem Onkel, dem Zimmerer Michael Eberl, ein neues Holzkreuz anfertigen. Lüftlmaler Wolfgang Koch malte die Votivtafel für den aus Eichenholz angefertigten Korpus. Über viele Jahrzehnte hinweg ist die Geschichte der „Gänseliesel“ im Dorf weitergegeben worden. Heute noch ist der tragische Tod der damals 13 ½ jährigen Barbara Angerer in aller Munde. Was war am 20.Juni 1912 – also genau vor 100 Jahren – wirklich passiert? Der damaligen Hochwürdigste Herr Pfarrer Georg Haas, der 41 Jahre lang von 1898 bis 1949 in dem Hopfendorf wirkte und gut ein Dutzend Lindenbäume pflanzte, blickte in seiner sehr ansprechenden Grabrede auf das junge Mädchen zurück. Er schrieb: „Ein Blitzstrahl hat vergangenen Donnerstagvormittag halb 9 Uhr unsere kleine, emsige und brave und darum überall beliebte Angerer Barbara draußen auf freiem Felde beim Fußwasser, wo sie ihre kleine Gänseherde hütete, getroffen, sodass sie augenblicklich tot war. – Armes Kind! So musstest Du so frühzeitig, eben erst aus der Werktagsschule, erst 13 Jahre 1 ½ Monate alt, so schnell und auf so unglückliche Weise dein armes Leben verlieren. So muss man Dich als Leiche von Deiner Herde wegfahren, die Du kurz vorher so froh und munter hinausgetrieben.“ Es war ein harter Schlag für die Mutter und besonders für die Großeltern, die dem Kinde Pflegeeltern waren und es sich zur Stütze für ihre alten Tage herangezogen hätten.

Gedenkgottesdienst zum 100.Todestag der „Gänseliesel"


Für den meisten Tettenwanger ist das Marterl der „Gänseliesel“ ein gern anvisiertes Ziel für Spaziergänge, Flurprozessionen oder Wanderungen. Anlässlich des 100. Todestages der Barbara Angerer – so hieß die im Volksmund benannte Gänseliesel – feiert die Pfarrgemeinde Tettenwang am morgigen Mittwoch, 20.Juni, um 19 Uhr einen Gottesdienst am neuen Marterl. Passend zu diesem Jubiläum ließ Land- und Gastwirt Michael Forster von seinem Onkel, dem Zimmerer Michael Eberl, ein neues Holzkreuz anfertigen. Lüftlmaler Wolfgang Koch malte die Votivtafel für den aus Eichenholz angefertigten Korpus. Über viele Jahrzehnte hinweg ist die Geschichte der „Gänseliesel“ im Dorf weitergegeben worden. Heute noch ist der tragische Tod der damals 13 ½ jährigen Barbara Angerer in aller Munde. Was war am 20.Juni 1912 – also genau vor 100 Jahren – wirklich passiert? Der damaligen Hochwürdigste Herr Pfarrer Georg Haas, der von 1898 bis 1949 – exakt 41 Jahre – als Pfarrer in Tettenwang wirkte und gut ein Dutzend Lindenbäume pflanzte, blickte in seiner sehr ansprechenden Grabrede auf das junge Mädchen zurück. Er schrieb: „Ein Blitzstrahl hat vergangenen
Donnerstagvormittag halb 9 Uhr unsere kleine, emsige und brave und darum überall beliebte Angerer Barbara draußen auf freiem Felde beim Fußwasser, wo sie ihre kleine Gänseherde hütete, getroffen, sodass sie augenblicklich tot war. – Armes Kind! So musstest Du so frühzeitig, eben erst aus der Werktagsschule, erst 13 Jahre 1 ½ Monate alt, so schnell und auf so unglückliche Weise dein armes Leben verlieren. So muss man Dich als Leiche von Deiner Herde wegfahren, die Du kurz vorher so froh und munter hinaus getrieben.“ Es war ein harter Schlag für die Mutter und besonders für die Großeltern, die dem Kinde Pflegeeltern waren und es sich zur Stütze für ihre alten Tage herangezogen hätten. Im Dorf war das junge Mädchen Barbara Angerer sehr beliebt. Helfend stand sie beim Gänsehüten zur Seite und verdiente sich so ein paar Kreuzer für den spärlichen Lebensunterhalt der damaligen Zeit. In ihrem emsigen Wesen zeigte sie nicht bloß Eifer in ihren Arbeiten, sondern auch Fleiß in der Schule. Pfarrer Georg Haas schrieb dazu: „Niemals hat sie die Ehrfurcht gegen ihre Lehrer verletzt; sie war eine brave Schülerin. Wie gerne eilte sie zur Kirche und war dort mit Freuden. Wie treu hat sie
seit ihrer ersten Hl. Kommunion die vierwöchentliche Beichte gehalten, wie geschäftig eilte sie jeden Monatssonntag von Haus zu Haus, um das Almosen für die armen Heidenkinder zu sammeln. Wie leuchteten ihre Augen, wenn sie die Gaben dem Christkindlein opfern konnte. Wir erinnern uns recht gut, mit welch heiliger Freude sie am letzten Weihnachtsspiele teilnahm und vor der Krippe kniete. Gerne sah man sie in der freien Zeit bei ihren Kameradinnen und alle hatten sie lieb, weil sie keinen Streit wollte“. Viele Menschen waren 1912 nach Erzählungen zu dem Begräbnis im alten Tettenwanger Friedhof gekommen. In der Niederschrift heißt es weiter: „Nun legen wir sie neben ihre Lieblingsgespielin Barbara Eberl, die seit 2 ½ Jahren hier ruht. Mögen beide nun in den Himmel an den Engeln ihre Spielgenossen gefunden haben“, so Pfarrer Haas. Zur Erinnerung an das Mädchen hatten die Dorfbewohner schon vor vielen Jahren ein Marterl angefertigt und darauf die Inschrift angebracht: „Barbara Angerer, 13 Jahre 1 ½ Monate, Feiertagsschülerin in Tettenwang, wurde am
20.Juni 1912, um ½ 9 Uhr früh, beim Gänsehüten auf den Feldern in der Nähe des „Fußwassers“ durch Blitzschlag getötet“. „Mittlerweile zum dritten Mal musste das Holzkreuz aufgrund Verwitterung in den letzten Jahrzehnten erneuert werden“, erzählt Zimmerer Michael Eberl. Zuletzt am 28.August 1982 – davon zeugt die Inschrift in der von Eleonore Kloiber (Altmannstein) gemalten Votivtafel. Vor der Flurbereinigung im Jahr 1965 stand das Marterl am Feldrand beim „Fußwasser“, welches jedoch in diesem Zuge aufgeschüttet wurde. 1982 ließ Land- und Gastwirt Michael Forster das Marterl im Flurbereich „Hölle“ kurz vor der Ortsgrenze zum Nachbardorf Laimerstadt umsiedeln. „Nach Erzählungen hat die Barbara Angerer bei uns am Hof die Gänse gehütet“, erinnert sich Land- und Gastwirt Michael Forster. In Zusammenarbeit mit dem Lüftlmaler Wolfgang Koch und seinem Onkel, dem Zimmerer Michael Eberl, ließ er in den letzten Wochen das neue Marterl aus Eichenholz errichten. „Das Eichenholz ist seit über 20 Jahren abgelagert und ideal dafür geeignet“, schildert der 80jährige Michael Eberl, der bei seiner Arbeit von seinem Neffen Reinhard Eberl tatkräftig unterstützt wurde. Als Schutz vor Verwitterung dient ein Kupferblech, angefertigt von Schmiedemeister Norbert Huber aus Hexenagger. Mit einem Gedenkgottesdienst, zelebriert von Pfarrer Wolfgang Stowasser, erinnern die Pfarrangehörigen am Mittwochabend um 19 Uhr an den tragischen Tod der 13jährigen Barbara Angerer. Bei verschiedenen Anlässen, wie z.B. beim Emmausgang oder bei der Flurprozession oder einfach als Ziel von Wanderungen, ist das „Gänseliesel-Marterl“ gerngesehene Anlaufstelle. Im Anschluss an die Eucharistiefeier im Freien lädt der Pfarrgemeinderat zu einem gemütlichen Beisammensein mit Umtrunk ein. Bei schlechter Witterung findet der Gottesdienst in der Pfarrkirche St.Bartholomäus statt. Schließlich trohnt das bereits bestehend Eisenkreuz auf dem
170 Zentimeter hohen Marterl.

Wetterkreuz

Das wunderschöne gusseiserne Wetterkreuz (14) am Auslauf der Gartenstraße ist mit bunten Rosen an den Enden der Querbalken geschmückt. Ganz prägnant zeigt es unten die Heilige Maria im Rosenhaag. Die Aufschrift 18GT78 stellt das Jahr seiner Aufstellung im Südwesten Tettenwangs in Richtung Wolfstal. Dabei weisen die Bilder hat’s en GT auf den Besitzer oder den damaligen Gedenkenden hin. Viele der aufgestellten Flurkreuze waren damals Grabkreuze, eben in Erinnerung an ein Unglück an dieser Stelle. Nach der Auflösung eines Grabkreuzes wurde das Kreuz von der jeweiligen Familie an ihre Felder als Flurkreuz an ihre Felder gestellt. Diese gusseisernen Kreuze wurden in unserer Gegend überwiegend in Essing oder Obereichstätt bis ins 20. Jahrhundert gefertigt. Das „Wetterkreuz“ wurde letztmals vor fünf Jahren 2014 im Rahmen des Projekts „Kleinode der Kulturlandschaft“ über die Arbeitsgemeinschaft „Altmühl-Jura/Leader AG“ renoviert.

Metzger-Kreuz

Besonders oft gekreuzt wird das hölzerne Wegkreuz der Familie Georg und Walburga Schmailzl (Metzger) (15) an der Ecke Junghofstraße-Gebertweg neben dem gemeindeeigenen Sportplatz, welches aus Dank errichtet wurde.

Eichen-Friedhofskreuz

Erst vor Allerheiligen 2018 wurde das schwere aus Eichenholz im Tettenwanger Friedhof komplett neurenovierte „Friedhofskreuz“ (16) aufgestellt. In dem 1976 erbaute gemeindeeigenen Friedhof stiftete Zimmerer Michael Eberl 1981 ein schweres Eichenkreuz. Nachdem ein Specht sich jahrelang in dem Holzkreuz einnistete und eine tiefe Höhle einmeißelte wurde aus Sicherheitsgründen von Schreiner Reinhard Eberl ein neues Holzkreuz gezimmert. Als Krönung wurde auf dem vier Meter hohen Holzkreuz eine Abdeckung aus Titan-Zink-Blech vorgenommen. 

Missionskreuz

Schließlich ließ die Marktgemeinde Altmannstein im ehemaligen Friedhof direkt an der nördlichen Kirchenmauer ein großes „Missionskreuz“ (17) anbringen. Links uns rechts darunter weist eine Votivtafel auf die beiden Bischöflich Geistlichen Räte Georg Haas und Augustin Loibl hin, die zusammen über 80 Jahre ihren priesterlichen Dienst in der Pfarrei St. Bartholomäus Tettenwang leisteten.

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