"St.Leodegar" Mendorf

In Urkunden des 9. Jh. taucht Mendorf schon als "Villa Mandorf im Chelsgau" auf. Die "Villa", das heißt ein größeres Landgut mit Herrenhaus und in engster Umgebung angesiedelte zinspflichtige Bauern, gehörte um diese Zeit Kaiser Arnulf, der in Regensburg ein Pfalz unterhielt. Im Jahr 887 tauschte er einge Ländereien, so auch die Villa Mandorf, mit dem Regensburger Bischof Amricho gegen ein Jagdgebiet bei Prüll (Regensburg). In den Jahren zwischen 996 und 1000 berichten die Urkunden von Grundstücksschenkungen in Mendorf an das Regensburger Kloster St, Emmeram. Auch das Kloster Weltenburg hatte vom 12. Jh. an Besitzungen in Mendorf. Die Gegend um Mendorf war vor allem wegen ihrer guten Böden begehrt. Seit 1186 ist schließlich auch ein Adelsgeschlecht der "Mendorfer" bekannt. Neben den Mendorfern gab es am Ort noch einen Adelssitz der Endorfer sowie später einen der Herren von Muggenthal, die sich um 1420 von Sandesdorf aus eingekauft hatten. Die Güter der Mendorfer und Endorfer befanden sich im Jahr 1520 in Händen einer Barbara Mendorfer. Deren Vormunde verkauften den ganzen Besitz an die Muggenthaler. Von nun an also teilte Mendorf das Schicksal der Herren von Muggenthal auf Sandersdorf und verlor im Laufe des 16. Jh. zusehends an Bedeutung. Die Gerichtsbarkeit der ursprünglich selbständigen Hofmark war auf die Herrschaft Sandersdorf übergegangen und die alten Adelssitze in Mendorf verfielen. Die Quellen berichten jedoch von einem Bräuhaus, das sich noch bis ins frühe 17. h. als Konkurrenz des Sandesdorfer Schloßbrauhauses behaupten konnte.

 


 

4-stimmiges Gloria-TeDeum-Geläute: e'-fis'-a'-h'

 

Glockengeläute

Quelle:  www.glockenklaenge.de

 

 

Am 14.7.1763 wurde Johann Simon Mayr in Mendorf geboren. Seinen ersten Musikunterricht erhielt er von Seinem Vater der in Mendorf als Schullehrer und Organist wirkte. Bei den Benediktinern im Kloster Weltenburg ging er zur Schule und wurde auch musikalisch unterrichtet. 1773 kam Mayr nach Ingolstadt, wo er aufgrund seiner Begabung einen Freiplatz am dortigen Jesuitenkolleg erhalten hatte. 1777 immatrikulierte er sich an der Universität, nebenher versah er die Orgeldienste bei den Augustinern und bei der "Unteren Stadtpfarrkirche St. Moritz". Im Jahr 1787 fand Simon Mayr mit dem Freiherren Thomas von Bassus, der neben Weishaupt zu den Stiftern des Illuminatenordens gehörte, einen aufgeschlossenen Förderer. Über den Freiherren gelangte Simon Mayr zu Studienaufenthalten nach Bergamo und Venedig wo seine "Karriere" als Opernkomponist begann. 1803 wurde Simon Mayr schließlich zum Maestro die Capella an der Basilika S. Maria Maggiore in Bergamo gewählt, ein Amt, das er trotz verlockender Angebote bis an sein Lebensende innehatte. 1845 starb er hochgeachtet in Bergamo. Mit seinem unermüdlichen Wirken begründet er das städtische Musikleben neu. Sein Schaffen umfasst etwa 80 Opern, Sinfonien, Kammermusik und etwa 600 Kirchenmusikwerke. Nur ein Bruchteil seiner Komposition liegt heute im Druck vor. Simon Mayr, ein Zeitgenosse von Haydn, Beethoven und Rossini, war einer der berühmtesten Opernkomponisten zu Beginn des 19. Jahrhunderts. In Metropolen wie Rom und Mailand, London und Paris, Wien und Lissabon wurden seine Werke aufgeführt. Er gilt als "Vater der italienischen Oper". Sein berühmtester Schüler war Gaetano Donizetti.

 


St.Leodegar in Mendorf

 

Über die mittelalterliche Vorgängerkirche ist nur wenig bekannt. Zur Zeit des Mendorfer-Geschlechts war sie Filiale der Pfarrei Sollern. Die Edlen von Muggenthal haben nach der Besitzübernahme von Mendorf für die Filialkirche St. Leodegar ein Benefizium eingerichtet. Dazu gehörten jährlich 6 Schafe, 2 Metzen Getreide, 12 Gulden sowie ein Tagwerk "Wismath". Unter der Herrschaft von Lossius und Bassus erlebte die Kirche eine enorme Güter-mehrung und ab 1679 kennen wir auch die Namens-folge der Benefiziaten. 1682 wird auf Betreiben der Bassus eine St. Josephs-Bruderschaft, eine der ältesten der Diözese, errichtet und dafür ein neuer Altar angeschafft. 1684 stiftete die Lossius-Witwe 3.000 Gulden an die Bruderschaft. Vermutlich um 1696 startete Dominikus Bassus eine große bauliche Erneuerung der Kirche. Das Datum erscheint auf einem Schild am Hochaltar, fand sich in den schriftlichen Quellen jedoch nirgends bestätigt. In seiner Lebensbeschreibung (1704) erwähnt Dominikus Bassus lediglich, daß er zum Bau von Kirche, Pfarr- und Schulhaus in Mendorf 2.000 Gulden gezahlt und insgesamt für fromme Zwecke in seiner Hofmark 24.300 Gulden ausgegeben habe.

Der Hochaltar mit den beiden Seitenaltären in der St.Leodegar-Kirche von Mendorf

 

 

Der Kirchvorplatz der St.Leodegar-Kirche von Mendorf

 

 

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