Wurzeln des Ärgers - wo bleibt der Naturschutz?

Tettenwanger entrüstet über Totalschnitt der 50 Meter langen Schlehenhecke an der St 2232

Seit Jahren stehen Rückzugsgebiete für Vögel, Insekten und Feldtiere als schützend und erhaltenswert unter starker Beobachtung. Bestehende Windschutzhecken werden gepflegt, zum Teil sogar neue Hecken gepflanzt und wo es irgendwie möglich ist, Blühflächen geschaffen. Der Schlehdorn – landläufig auch Schlehe genannt – ist eine Pflanzenart der Steinobstgewächse, die innerhalb der Familie zu den Rosengewächsen gehört. Der Name der Schlehe ist wohl auf die Farbe ihrer Frucht zurückzuführen und leitet sich von dem Wort Sli ab, was so viel wie „bläulich“ bedeutet. Die im Frühjahr wunderschön blühende Hecke bevorzugt sonnige Standorte an Weg- und Waldrändern und felsigen Hängen. Man findet ihn häufig in Gesellschaft von Wacholder, Berberitze, Haselnuss, Wildrosen und Weißdornarten.

Wichtigste Wildsträucher für Tiere

Der dornenreiche Schlehdorn wächst als Strauch oder als mehrstämmiger Baum und wird bis zu 40 Jahre alt. Gewöhnlich erreicht er Wuchshöhen von drei Metern und ist damit ideal für brütende Vögel. Die weißen Blüten des Schlehdorns erscheinen im April lange vor dem Laubaustrieb. An dem aufrechten Fruchtstiel entwickelt sich in den Sommermonaten eine kugelige Steinfrucht mit einem Durchmesser von 0,5 bis 1,5 cm. Die Fruchtreife erfolgt ab Oktober bis November, aber als Wintersteher bleiben die Früchte den Winter über am Strauch. Tiere, die den Samen der Frucht wieder ausscheiden, übernehmen die Ausbreitung. Die Schlehe zählt zu den wichtigsten Wildsträuchern für Tiere. Sie gilt als ausgesprochene Schmetterlingspflanze und dient zur Zeit ihrer Blüte im Frühjahr zahlreichen Schmetterlingen, u. a. dem Tagpfauenauge, als Nektarquelle. Auch mehrere Käferarten sind auf den Schlehdorn als Nahrungsquelle angewiesen. Der selten gewordene Goldglänzende Rosenkäfer knabbert gerne an den Blütenblättern und dem Pollen der Pflanze. Für rund zwei Dutzend Wildbienenarten stellt der Schlehdorn im zeitigen Frühjahr einen wertvollen Pollen- und Nektarspender dar. Von den Früchten des Schlehdorns ernähren sich etwa 20 Vogelarten, darunter auch Meisen. Schlehenhecken bieten speziell Strauchbrütern einen idealen Lebensraum. „Als Hobbygärtner nutzen wir jedmögliche Gelegenheit, um für unsere Vögel, Bienen und Käfer Rückhalts- und Aufenthaltsorte zu schaffen“, erklärt Reinhard Eberl vom örtlichen Obst- und Gartenbauverein Tettenwang. Seit mittlerweile fast 50 Jahren wird der aus 250 Vereinsmitglieder bestehende Ortsverein nicht müde, um in zahlreichen Informationsveranstaltungen stetig über ökologische Maßnahmen im Hausgarten, im Lebensraum Dorf sowie in der nahen Umgebung des Altmannsteiner Ortsteils auf dem Laufenden zu halten. Selbst die drei Dutzend Nachwuchsgartlern in den beiden OGV-Kindergruppen lernen schon in jungen Jahren, wie man einen Hausgarten sinnvoll gestaltet sowie alle möglichen Hilfen für Vögeln und Insekten schafft, damit diese sich sinnvoll ausbreiten können. So weit, so gut. Was aber Anfang Februar am südlichen Ortsausgang passiert ist, ärgert die OGV-Mitglieder sehr. „Wir gingen immer davon aus, dass Landschaftsprofis wissen, was Naturschutz bedeutet und wie man damit bewusst umgeht“, erklärt OGV-Chef Reinhard Eberl. Denkste! Viele der Vereinsmitglieder sind erbost, was im Februar an der Staatsstraße St2232 passiert ist. Der Unmut ist groß über den radikalen Rückschnitt der seit vielen Jahren auf einer Länge von 50 Meter gewachsene Schlehenhecke. „Hier haben in all den Jahren unzählige Vögeln und Insekten einen Schutz- und Nistplatz gefunden sowie Bienen in der Blütezeit als Nahrung für die Honigbildung gefunden. „Das ist für uns kein Naturschutz, sondern Naturvernichtung, was die Mitarbeiter des staatlichen Straßenbauamts vollbracht haben“, so einige zornige OGV-Mitglieder. „Das weiß doch jeder Gartler, dass man alte vergreiste Sträucher – auch der Schlehdorn – auslichtet, damit die jungen Triebe wieder Platz finden. Der so bewusste Rückschnitt fördert sogar die Blüte und die Schlehenerträge. „Wir können den absoluten Kahlschlag der Straßenbauarbeiter nicht nachvollziehen, denn nun haben brütende Vögel keine Chance mehr – die Schlehenhecke ist weg“, so einige sprachlose Tettenwanger.

Ob im Winter oder Sommer - die Schlehenhecken sind für Vögel und Insekten beliebte Rückzugsorte, besonders an den Straßen

„Kollegen sind lediglich ihrer Pflicht nachgekommen“

„Was hat dieser Radikalschnitt mit Straßenpflege zu tun, wenn die Hecke den Straßenverkehr in keinster Weise beeinträchtigt?“ fragen sich im Ort nicht nur die OGV-Mitglieder. Die Hecke bietet einen enormen Lebensraum für sehr viele Tiere. Überall versucht man den Landwirten zu erklären, dass sie neue Hecken zum Schutz ihrer Äcker pflanzen sollen. Und der Staat senst so etwas einfach weg. Mit Pflege hat das sicherlich nichts zu tun“, zeigt Eberl frustriert. Das sieht Elena Merk vom Staatlichen Bauamt Ingolstadt ganz anders: „Es wurde zur Verjüngung der älteren Hecke, diese auf Stock gesetzt“. Und weiter gab die Abteilungsleiterin zur Aussage: „Die regelmäßige Pflege der straßenbegleitenden Grünstreifen liegt im Aufgabenbereich der Staatlichen Bauämter. Die Kollegen sind demnach lediglich ihrer Pflicht nachgekommen. Die Pflegemaßnahme wurde nach den allgemein anerkannten Vorgaben, wie im Ministerialschreiben vom 19.10.2010 beschrieben, durchgeführt“, so Merk. In einem Punkt gab sie dem OGV-Chef Reinhard Eberl recht, dass es sinnvoll gewesen wäre, einen abschnittsweisen Rückschnitt, hier auf zwei Jahre verteilt, vorzunehmen. „Die Kollegen stellten auf Nachfrage jedoch klar, dass der erhöhte Umfang dem Zustand der Hecke geschuldet war. Dieser wurde erst im Zuge der Maßnahme deutlich“, so Merk.

Ein Bild vom Juni 2020: etwa drei Meter hoch war die auf einer Länge von 50 Meter bestehende Schle-henhecke an der Staatstraße St2232 am südlichen Ortsausgang von Tettenwang nach Laimerstadt.

„Es war sicher nicht vollumfänglich die gute fachliche Praxis“

Mit der Aussage des Staatlichen Bauamts zeigten sich die OGV´ler nicht zufrieden, und suchten Rat bei der „Unteren Naturschutzbehörde“ im Eichstätter Landratsamt. „Eine Heckenpflege ist grundsätzlich in Ordnung und sogar in größeren zeitlichen Abständen gewünscht, um eine Überalterung zu verhindern“, schrieb Ivenia Eichner, Ansprechpartnerin für Fragen des Naturschutzes im Landratsamt Eichstätt. Ihrer Meinung nach hat das Staatliche Bauamt hier auch den gesetzlich festgelegten Zeitraum für ein Heckenrückschnitt vom 01. Oktober bis 28. Februar beachtet. „Ebenso wurde beachtet, dass die Sträucher die Möglichkeit haben wieder auszutreiben“, so Eichner. Dies bedeutet, dass kein Mulcher zum Einsatz gekommen ist, sondern die Sträucher mit einem geraden Schnitt abgeschnitten wurden und es sind größere Bäume stehen gelassen worden. „Eines ist hier jedoch zu bemängeln und ich werde dies auch dem Staatlichen Bauamt mitteilen: Optimal wäre eine abschnittsweise Entfernung gewesen, bei den 50 Meter Länge wären 25 Meter in Ordnung gewesen, auch im Hinblick darauf, dass im Umfeld keine weiteren Hecken bestehen. Sprich sie hätten die Pflege auf zwei Jahre verteilen müssen“, so Eichner. Schließlich erhielt OGV-Chef Reinhard Eberl die Schlussantwort: „Es ist im groben nichts falsch gemacht worden, aber es war sicher nicht vollumfänglich die gute fachliche Praxis“. Die Antwort hilft weder den OGV-Mitgliedern noch den Vögeln und Insekten, denn die Schlehenhecke ist weg! Soviel zu Naturschutz!

Tettenwanger Lindenbäume

Ein emsiges Treiben und Summen herrscht im Sommer in den mächtigen Lindenbäumen von Tettenwang. Wenn die Linden in der vollen Blüte stehen, locken sie Bienen und Hummeln mit ihrem süßen Duft an. Den lieblichen süßen Duft der weißlich-gelben Blüten kann man schon von weitem wahrnehmen. Die Menschen pflücken gerne die Blüten und bereiten daraus einen heilkräftigen, schweißtreibenden Tee, insbesondere bei Erkältungskrankheiten. Das ganze Jahr über sind die mächtigen Linden für Wallfahrer, Wanderer und Radfahrer Anlaufstation. Seit mittlerweile über 100 Jahren sind die Lindenbäume gern gesehener Dreh- und Angelpunkt in Tettenwang. Wanderer und Radfahrer machen bei den mächtigen Linden einen Stop, ruhen sich aus, genießen den Anblick und pausieren unter den großen, mächtigen und schattigen Ästen.


Gepflanzt wurden die ein Dutzend mächtigen Lindenbäume 1906 - also vor über 100 Jahren - von Bischöflich Geistlicher Rat Georg Haas. Ringsum in den Fluren von Tettenwang pflanzte Pfarrer Haas Lindenbäume, von denen heute noch viele stehen und ein Jahrhundert lang Sturm und Wetter trotzten. Der Priester war 41 Jahre lang – von 1898 bis 1939 – Pfarrer des Hopfendorfes Tettenwang und 1.Dekan des damaligen Kapitels Riedenburg. Am 2.Januar 1946 wurde BGR Pfarrer Georg Haas im alten Tettenwanger Friedhof beerdigt.

 

 

 

"Gänseliesel - Kreuz"

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Holzkalkbrennerei Körndl

Seit mehr als einem halben Jahrhundert wird beim  Altmannsteiner Familienbetrieb Körndl  in Tettenwang holzgebrannter Stückkalk und Marmorsumpfkalk hergestellt. "Der große Vorteil unseres Produktes ist, dass unser Rohstoff fast chemisch rein und durch das Brennen mit Holz der Kalk vollkommen schwefelfrei ist. Dadurch ist er bestens geeignet für alle Arbeiten eines Kirchenmalers und Restaurators in der Denkmalpflege, aber auch für jeden, der auf gesundes Wohnklima wert legt", erzählt Robert Körndl. Der Rohstoff "Kalk", der aus dem Steinbruch gewonnen wird, kommt in den Brennofen und wird dort etwa 950 ° C erhitzt. Weitere Informationen auf der Homepage der Kalkbrennerei Körndl

 

 

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