Informationen rund um Tettenwang

Unser Dorf lebt von vielen kleinen Aktivitäten. Unter der Rubrik "Rund ums Dorf" berichte ich gern über alles Wissenswerte. Melde mir doch per eMail Informationen und Bilder. Ich werde daraus eine schöne "Story" zusammenzustellen und allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stellen!

 

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9000 Jungbäume im Revier Hienheim gepflanzt

Alles redet davon, aber der meisten glauben, dass dies uns und unsere Wälder nur am Rande betrifft. Denkste! „Der weltweite Klimawandel ist auch im schönen Bundesland Bayern voll angekommen“, meint Revierleiter Thomas Hubmann, von Bayerische Staatsforsten im Forstbetrieb Kelheim, Revier Hienheim. Der Hauptgrund der veränderten Gegebenheiten liegt in der stetigen Erhöhung der durchschnittlichen Jahrestemperatur im Freistaat Bayern. „Derzeit liegen wir im Schnitt bei neun Grad – das sind 1,5 Grad mehr als im Zeitraum von 1961 bis 1990“, so Hubmann. Aus diesem triftigem Grund darf es beim Aufbau von künftigen Klimawäldern keine Denkverbote geben. 

Naturverjüngung aus Eigenbeständen, aber auch neue Baumsorten

„Wir setzen zuerst auf die Naturverjüngung der vorhandenen Baumarten insbesondere mit Eiche und Tanne, die hier eine wichtige Rolle spielen“, erklärt der Revierleiter. Lücken in der Naturverjüngung werden mit Mischbaumarten ergänzt, welche bisher forstlich eher eine Nebenrolle gespielt haben. Hier setzten die Waldprofis auf Kirsche, Hainbuche, Spitzahorn, Elsbeere, Linde und Flatterulme, die mit Wärme und Trockenheit eher zurechtkommen könnten. Weiterhin werden auch nichtheimische Baumarten mit guten langjährigen Erfahrungen bei deren Anbau gepflanzt. Dazu zählen die allseits beliebte Douglasie – ein in Nordamerika heimisches und in Europa forstlich angebautes, fremdländisches Nadelgehölz – sowie die Esskastanie. Die auch Edelkastanie genannte Pflanze ist ein sommergrüner Baum und bildet stärkereiche Nussfrüchte. In Süd- und Westeuropa wird sie wegen dieser essbaren Früchte und als Holzlieferant angebaut. Bei bayernweiten Anbauversuchen mit neuen nichtheimischen Baumarten werden derzeit in den einzelnen Forstbetrieben auch die Atlaszeder (eine Pflanzenart aus der Gattung der Zedern in der Familie der Kieferngewächse und stammt aus Nordafrika), Tannen aus Rumänien sowie Baumhasel gepflanzt. Die Baumhasel – auch Türkische Haselnuss genannt – ist eine Pflanzenart aus der Gattung Hasel innerhalb der Familie Birkengewächse.

. „Gar nicht mehr pflanzen wir Fichten, auf unseren flachgründigenen Standorten“, betont Hubmann. In seinem Revier Hienheim wurden im Frühjahr rund 9. 000 Pflanzen als Ergänzung zur Naturverjüngung von den engagierten Mitarbeitern gepflanzt. „Bei dem enormen Arbeitsaufwand haben wir 4.000 Douglasien, 1.600 Eichen, 650 Esskastanien, 400 Kirschen und weitere Sorten gesetzt“, freut sich der Förster über die gelungene Arbeit. Die Douglasien wurden bevorzugt als Kleinballenpflanze gesetzt, damit wächst der kleine Baum schneller in seiner neuen Umgebung an und gedeiht besser. Wenn es vom Boden her möglich ist, gewinnen die Waldarbeiter auch Wildlinge aus der eigenen Naturverjüngung. „Mehr als 500 Tannenwildlinge konnten wir dieses Jahr schon setzen“, gibt Hubmann seiner Freude Ausdruck. Die Naturverjüngung der heimischen Baumarten sollte ohne zusätzliche Verbissschutzmaßnahmen hochwachsen können. „Das muss die Jagd leisten, aber dennoch gibt es in meinem Revier immer noch empfindlichen Rehwildverbiss bei der Eichennaturverjüngung. Ein waldfreundliches Jagdgesetz wäre hier sehr hilfreich“, empfiehlt der leidenschaftliche Jäger. Bei der Pflanzung der seltenen und neuen Mischbaumarten ist klar, dass diese gegen Rehwildverbiss geschützt werden müssen.

"Selbstwerber im Staatsforst erwünscht"

Revierleiter Thomas Hubmann gibt Tipps für die Waldarbeit

Wie schön ist es doch, wenn bei den winterlichen Minustemperaturen der Kachelofen im Haus mit trockenem gutem Brennholz bestückt wird und wohlige Wärme in den Räumen sich ausdehnt. Viele Hausbesitzer nutzen neben der Grundheizung mit Öl, Gas oder Luft-Wärme-Pumpe einen Holzofen für ein gesundes Raumklima. „Brennholz macht dreimal warm, und zwar beim Herausmachen im Wald, beim Spalten und schließlich beim Einheizen“ – erzählt Revierleiter Thomas Hubmann aus Hienheim. Seit 36 Jahren wirkt der engagierte Förster in dem gut 1800 Hektar großen Forstrevier Hienheim, welches je zur Hälfte aus Nadelwald und Laubwald besteht. In erster Linie setzt sich der passionierte Jäger für einen gesunden Wald ein, der von Generation zu Generation weiterwächst. Es freut ihn, dass sich der Trend, sein eigenes Holz für den Kaminofen selbst im Wald zu schlagen, wieder etwas fortsetzt. Dass die harte Waldarbeit auch mit Risiken verbunden ist und deshalb wichtige Vorkehrungsmaßnahmen eingehalten werden müssen, davon berichtet unser Mitarbeiter Bernhard Hegenberger im folgenden Bericht.

Klimaneutrales Heizen erfreut immer mehr

„Befürchtungen, dass die heimischen Wälder übernutzt würden, wenn ihnen Brennholz entnommen wird, sind unnötig, denn Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der in den bayerischen Staatwäldern nachhaltig produziert wird und zu genüge zur Verfügung steht“, erklärt Holzprofi Hubmann. Pro Sekunde wächst ein Kubikmeter Holz in den bayerischen Wäldern nach - dieser Zuwachs übersteigt bei weitem den jährlichen Holzeinschlag. „In unserem Revier Hienheim schlagen wir jährlich im Schnitt 15.000 Festmeter, davon etwa ein Viertel durch unsere drei festangestellten Forstwirte, den Löwenanteil besorgt der Harvester“, erklärt Hubmann. Ein Festmeter Holz entspricht rund 1,4 Sterr Brennholz. Feuer und Flamme ist Hubmann für den geschätzten Brennstoff. „Holz ist ein annähernd klimaneutraler Brennstoff, der fossile Heizbrennstoffe ersetzt, denn es wird so viel klimaschädliches Kohlendioxid freigesetzt, wie zuvor bei der Fotosynthese gebunden wurde“, so der 60jährige. Mit dem heimischen Holz lässt sich sparen: Ein Ster Buchenbrennholz hat etwa den Heizwert von 180 Litern Heizöl, ein Ster Fichtenholz entspricht immerhin noch 120 Liter Heizöl. Der Slogan „Aus der Region für die Region“ bewahrheitet sich bei der regionalen Wertschöpfung für die örtlichen Waldbesitzer, denn der in den heimischen Wäldern nachwachsende Rohstoff wird in der Region verbraucht. Zudem trägt die Holzverwertung auch zur verbesserten Waldpflege bei und hilft bei der Bewältigung von Schäden, die zum Beispiel durch den Borkenkäfer oder Sturmschäden entstehen.

Methusaleme – Alte Bäume voller Leben

Wer aufmerksam und ruhig durch die heimischen Wälder spaziert, findet immer wieder starke und alte Bäume, die mit einer Markierung versehen sind. Was steckt hier dahinter? „Als Methusaleme gelten Eichen ab einem Durchmesser von etwa 100 Zentimetern. Sie dürfen ihren Lebensabend in aller Ruhe im Wald verbringen und dienen vielen Arten als Lebensraum“, beschreibt Förster Hubmann die Biotopbäume. Seit über drei Jahrzehnten sorgt sich der mittlerweile 60jährige engagiert um den heimischen Wald im Revier Hienheim und fördert die Biotopbäume, welche nach vielen Jahren zu Totholzbäumen werden. „Rund ein Drittel der großen Eichenbäume in diesem Bestand wurden bis dato als Biotopbäume gekennzeichnet; sie dienen den Vögeln, Käfern und Pilzen als Trittsteine“, sagt der Holzprofi mit Stolz.

Kostengünstiges Selbstwerberholz

Wenn auch die Winter in den letzten Jahren längst nicht mehr so schneereich und bitter kalt sind, wie noch vor Jahrzehnten, so ist das Heizen der Räume in Wohnung und Haus unverzichtbar. Wer sich körperlich betätigen, dadurch auch Kosten sparen will und auch die Möglichkeit hat, Holz im Umfeld zu lagern, dem steht mit der Selbstwerbung von Brennholz für die eigene Heizung oder den eigenen Kachelofen eine gute Alternative zur Verfügung. Um wen handelt es sich eigentlich beim Selbstwerber? Als private Selbstwerber werden in Deutschland Personen verstanden, die gelegentlich Brennholz für den Eigenverbrauch in den Privat- und Staatswäldern machen. Wie wird man Selbstwerber und wo kann man sich Brennholz beschaffen? Der erste Schritt ist die Kontaktaufnahme mit einem Waldeigentümer bzw. mit dem zuständigen Förster. In der Regel wird von den Bayrischen Staatsforsten gern Selbstwerberholz angeboten. „Wir suchen immer zuverlässige Leute, die sich durch Einhaltung der Regeln im Staatsforst als Selbstwerber betätigen“, schildert sein Kollege Stefan Weber vom Forstrevier Riedenburg. Dabei geht es oft nicht nur um die reine Brennstoffgewinnung, sondern auch um das Walderlebnis. Mit der Familie oder Freunden Stämme klein zu schneiden, zu spalten und mit dem Traktor nach Hause zu fahren, das ist schon fast so schön wie dann daheim vor dem warmen Kamin zu sitzen. „In Spitzenzeiten hatten wir in unserem Revier bis zu 200 Selbstwerber, aktuell können wir auf rund die Hälfte zurückgreifen“, so Hubmann. 

Mit der Schnittschutzhose in den Wald

Bis dieser Wunsch jedoch Realität wird und damit der Waldbesitzer aus der Haftung kommt, müssen bestimmte Grundvoraussetzungen eingehalten werden. Als erstes werden die Selbstwerber fachmännisch vom Förster unterwiesen und ein „Merkblatt für die Selbstwerbung von Brennholz“ ist zu unterschreiben. Als weiteres sind für die Brennholzbeschaffung Erfahrung, eine gute Ausrüstung mit Schutzkleidung, sowie z.B. Allradschlepper, Seilwinde und Kranwagen sowie der sichere Umgang mit der Motorsäge eine Grundvoraussetzung. „Die Forstreviere teilen Brennholzwerbern nur noch einen Bestand zu, wenn diese ein Kurszertifikat vorweisen können, d.h. mit dem Nachweis der Teilnahme an einem Motorsägekurs“, beschreibt Revierleiter Thomas Hubmann. Dieser ist sehr wichtig, denn dadurch können viele Unfälle vermieden werden. Regelmäßig werden Motorsägekurse von verschiedenen Initiatoren oder Organisationen angeboten. In der Regel erstreckt sich diese Ausbildung auf einen Tageskurs, bei dem Interessierte in Theorie und Praxis im Umgang mit der Motorsäge geschult werden. Im theoretischen Teil stehen der Aufbau und die Funktion der Motorsäge im Mittelpunkt, im praktischen Teil fällen die Teilnehmer eigenständig einen ausgewählten Baum. Mit Schnittschutzhose, Schnittschutzstiefeln sowie dem Sicherheitshelm geht es dann zum praktischen Einsatz in den nahegelegenen Wald. Für den Fall einer Verletzung ist es immer ratsam einen Erste-Hilfe-Koffer mitzuführen. Bei starkem Wind und schlechter Sicht ist die Waldarbeit einzustellen. Ebenso darf bei der Arbeit kein Alkohol getrunken werden. Förster Thomas Hubmann verweist noch auf einen wichtigen Grundsatz: „Niemals alleine zur Waldarbeit! Sie müssen ständig Sicht- oder Rufverbindung zu einer anderen Person haben, die im Notfall helfen oder für Sie Hilfe herbeiholen kann. Nach einer örtlichen Unterweisung und einer Belehrung in den Unfallverhütungsvorschriften durch den zuständigen Förster kann dann losgelegt werden. Vorgaben sind, dass nur auf den Rückegassen gefahren werden darf und dass vorhandene Naturverjüngung zu schützen ist. Auch wird das Belassen von Totholz, einem wichtigen Lebensraum für viele Tiere und Pilzarten, angesprochen. „Das ist schon ein tolles Erlebnis, wenn man nach fachgerechter Ausbildung einen ausgewählten Baum gezielt umschneiden kann – und wenn dieser in die gewünschte Fallrichtung fällt, ist das schon ein schönes Erlebnis“, beschreibt ein Selbstwerber sein Liebe zum Wald. Die Gemeinschaftsarbeit macht nicht nur hungrig und durstig, sondern erfüllt das Herz und die Seele mit großer Freude – denn Selbstgemachtes ist im Trend.

Selbstwerber gesucht – Melden in den Revieren Hienheim und Riedenburg

Seit mehr als 40 Jahren besorgt sich Peter Halbritter sein Brennholz im Forstrevier Hienheim. „Unsere Heizung bestücken wir mit heimischem Holz“, beschreibt der passionierte Jäger seine Leidenschaft für das Brennholzmachen. Als ehemaliger Maurer hatte er in den Wintermonaten genügend Zeit, um sich im Wald zu vergnügen. „Mir tut die Waldarbeit sehr gut“, erzählt der 62jährige. Zusammen mit seinem Sohn Tobias arbeitet er seit kurzem im Wald beim Forsthaus Schlott. Ausgerüstet mit Schutzkleidung und Motorsäge schneiden sie die Bäume zurecht und spalten es vor Ort auf, ehe es dann mittels Wagen nach Steinsdorf gefahren wird. Ansprechpartner für ofenfertiges, trockenes Brennholz oder auch zum Selberherausmachen sind örtliche Waldbesitzer, Waldbesitzervereinigungen oder die Revierleiter der staatlichen Forstbetriebe. „Kronenholz als Restholz bei der Stammholznutzung sowie Holz aus der Durchforstung von Jungbeständen stellen wir gern zur Verfügung“, so Förster Hubmann. Den Selbstwerbern werden bestimmte Areale zugeteilt, in denen markierte Bäume selbst gefällt und unter den gegebenen Sicherheitsvorschriften aufgearbeitet werden können. Hierbei fallen Kosten für das Holz an, dessen Durchmesser größer als acht Zentimeter ist. Schwächeres Holz soll wieder Teil des Nährstoffkreislaufs werden. „Aktuell kostet der Ster Fichtenholz 10 Euro, für dieselbe Menge Laubholz mit Buche und Eiche sind 20 Euro zu bezahlen“, verrät Hubmann. Infolge der sinkenden Heizölpreise stagnieren die Brennholzpreise zurzeit - mancherorts wurden sie sogar leicht gesenkt. Noch vor einigen Jahren war die Nachfrage nach Selbstwerberholz deutlich höher, jetzt halten sich Angebot und Nachfrage in etwa die Waage. Interessenten für Brennholz können sich melden bei den Revierleitern im Forstbetrieb Kelheim, Revier Hienheim, unter Telefon (09445) 71 85, Email thomas.hubmann@baysf.de oder Revier Riedenburg unter Telefon (09442) 92 18 30, Email stefan.weber@baysf.de                                    -hhe-

Eichelmast im Corona-Herbst 2020

Forstrevier Hienheim sammelt 1600 Kilo Eicheln

„Eicheln sammeln und verkaufen“ – das war früher in vielen Forstrevieren üblich. Kindergärten, Schulklassen und ganze Familien brachen im Herbst gemeinsam zu einem Waldspaziergang auf, um herabgefallene Eicheln und auch Kastanien aufzulesen. Die gesammelten Waldfrüchte ließen sich gegen ein Entgelt gut verkaufen. Allerdings ziehen heute immer weniger Kinder und Erwachsene los, um die reifen Baumfrüchte zu sammeln und sie dem Förster oder dem Forstamt zu übergeben.

Jetzt im Herbst färben sich die Eichen wunderschön gelb, orange und rot - Holzkapelle Forsthaus Schlott

Wieso heute noch Eicheln sammeln?

Eichen, Kastanien und Fichten tragen in diesem Herbst üppig Früchte. Reife Waldfrüchte sind zum einen eine wichtige Nahrungsquelle für Wildtiere. Jedoch sind herabgefallene Früchte insbesondere in der schneebedeckten Landschaft für die hungrigen Tiere nur schwer oder gar nicht zu finden. In dem Förster und Tierparks über die Wintermonate hinweg angekaufte Eicheln und Kastanien an das Wild verfüttern, lässt sich verhindern, dass Wildtiere Hunger leiden. Allerdings wird heute der Ankauf von reifen Baumfrüchten um Wildtiere zu füttern nicht mehr praktiziert.

Trotz Corona eine sehr gute Eichelernte 2020

Während sich in den Medien seit über einem halben Jahr alles um das Thema Corona dreht, haben zig Millionen Bäume in deutschen Wäldern ihr Wachstum unbehindert fortgesetzt. „Der Natur tut dieses Virus nichts – es betrifft nur uns Menschen“, so sagen viele naturverbundene Menschen. Und dass dies wahr ist, beweisen die im Herbst in allen Farben glänzenden Laubbäume in den Wäldern. Und nicht nur fürs Auge sind die Blätter von Buchen, Eichen, Erlen und Ahorn so schön – vielmehr ihre Früchte bringen viel Segen in den Kreislauf. Vor allem die Bäume, die an den Waldrändern stehen, hatten dieses Jahr gewaltig viele Eicheln drauf. Von einem nur alle drei bis fünf Jahre wiederkehrenden sogenannten Mastjahr, in dem die Eichelernte extrem groß ausfällt, will Hubmann allerdings nicht sprechen, denn nicht alle Eichen hatten heuer die gleichen Erträge. „Wer das Glück hatte, die richtigen Bäume zu finden, konnte sehr gute Erträge einfahren. Eine reiche Ernte bedeute jedoch nicht nur eine große Menge an Saatgut für Baumschulen, sondern: „Darüber freuen sich auch die Wildschweine, die sich nach Baummastjahren erfahrungsgemäß wieder munter vermehren werden“, sagte der Revierleiter. Von einem guten Erntejahr profitierten auch Vögel, Mäuse und Eichhörnchen. „Der Tisch ist reich gedeckt.“ Über viele Eicheln und Kastanien zum Basteln und Sammeln dürften sich aber auch die Kinder freuen.

Vom keimenden Samen zum kleinen Eichenbaum - es dauert viele Jahre bis zu einer großen Eiche

Eichen trotzen Klimaerwärmung

„Die Fichte hat auf Dauer keine Überlebenschance wegen des Klimawandels“ – so liest man täglich in den Medien. Gerade Eichen hätten nicht so sehr unter der langanhaltenden Trockenheit in den letzten Jahren gelitten. Denn anders als bei den Fichten als Flachwurzlern reichen bei den Eichen die Wurzeln tief in den Boden hinein. „Aufgrund des derzeitigen Wissenstands gehen wir davon aus, dass Eichen die Klimaveränderung und den damit verbundenen Temperaturanstieg gut vertragen und somit die Eiche als „Baum der Zukunft“ große Vorteile hat“, beschreibt Hubmann die Situation. Deshalb soll der Anteil an Eichen in vielen Forstbetrieben erhöht werden. „Aufgrund der Nachfrage anderer Forstbetriebe habe ich versucht, freiwillige Eichelsammler zu finden“, erzählt der 60jährige Revierleiter aus Hienheim. Und so konnten vier Sammeltrupps gebildet werden, die in ausgewählten Eichenbeständen im Revier eingewiesen wurden und sammeln durften. Denn nur in anerkannten Beständen darf gesammelt werden! Früher gab es alle fünf bis zehn Jahre eine Mast, aufgrund der Klimaveränderungen kommt diese sogar alle zwei bis drei Jahre zustande. Nachdem das Eichensaatgut verstärkt nachgefragt wird und dies auch in naher Zukunft zunimmt, will Hubmann für die nächsten Jahre mehrere zuverlässige Sammeltrupps bilden. „Im Vorfeld der Sammelaktion hatten wir Vorbestellungen unserer Nachbarforstbetriebe Burglengenfeld und Schnaittenbach aus der Oberpfalz. Hier soll wegen des Klimawandels mittels Saat die Wärme und Trockenheit tolerierende Baumart der Traubeneiche als Mischbaumart verstärkt eingebracht werden“, beschreibt Thomas Hubmann die wichtige Aktion. Der Hienheimer Forst ist seit jeher von einem sehr reichen Eichenbestand geprägt. Und das Ergebnis der vier Sammeltrupps kann sich sehen lassen. Insgesamt 1600 Kilogramm wertvollen Eichelsamen konnten im Revier Hienheim gesammelt werden – sehr zur Freude des Försters.

Sammeln macht Spaß und bringt Nebeneinkommen

Dank der ausgeprägt schönen, wüchsigen und kerzengeraden Eichenstämme hat das Eichelsammeln im Hienheimer Forst eine lange Tradition. „In den letzten 20 Jahren gab es mangels Nachfrage und Sammelteams eine Pause. Dies wollen wir künftig ändern und wieder Sammeltrupps aufbauen“, sagt Thomas Hubmann. Dass es dem Förster gleich auf Anhieb gelungen ist, vier Sammeltrupps zu finden, beweist seinen Einsatz und die Bereitschaft einiger diese Freizeitbeschäftigung zu starten. Zum ersten Mal haben sich die beiden Schwestern Simone Gaul (Hienheim) und Adriane Koch (Tettenwang) für das Eichelnsammeln bereiterklärt. „An zwei Tagen in der Woche sind wir drei Wochen lang in unsere herrlichen Eichenwälder gegangen und haben die Eichelsamen aufgelesen“, erzählt die 42jährige Adriane Koch.

Adriane Koch (re.) aus Tettenwang und ihre Schwester Simon Gaul aus Hienheim machten sich auch mehrere Tage auf zum Sammeln – die Arbeit beim Auflesen ist sehr anstrengend – das Ergebnis in umso erfreulicher

Förster Thomas Hubmann hat jedem Team ausgewählte Bestände mit entsprechenden Qualitätsbäumen ausgesucht, in denen geeignete Eicheln zu finden waren. „Ausgerüstet mit kleinen Kübeln machten wir uns an die sehr anstrengende Arbeit“, beschreiben die beiden Schwestern den Einsatz. Je nach Wind und Wetter fallen die Eicheln und liegen oft wie gestreut auf dem Boden. Da kommt es schon gelegentlich vor, dass Eicheln auf den Körper fallen. „Das tut ganz schön weh, wenn eine auf den Kopf fällt“, ergänzt Adriane. Nach rund drei bis vier Stunden Sammeleinsatz war es genug, denn das ständige Bücken und Aufstehen erfordert viel Muskelkraft. Rund 15 Kilogramm sind in dieser Zeit zu schaffen – natürlich je nach Ertrag der Bäume.

Vom Eichelsamen zum kleinen Bäumchen...

Abgefüllt werden die in Eimer gesammelten Früchte in 25-Kilo-Säcke. „Idealerweise werden die Früchte schon beim Aufheben von Laub und Äste befreit, damit nur gute Ware in die Eimer kommt“, ergänzt der Revierleiter. Aufbewahrt werden die Eicheln in luftigen Säcken, um die Schimmelbildung zu vermeiden“, meint der Waldprofi. Mit dem Sammeln dieser Baumfrüchte wird man nicht reich und es ist schon ein Stück harte Arbeit. „Pro Kilo Eicheln haben wir in der abgelaufenen Saison 1,50 Euro gezahlt, d.h. für einen Zentner guter Eicheln konnten die Sammler eine Summe von 75 Euro zusammenbringen“, ergänzt Förster Hubmann. Zweimal pro Woche brachten die Helferinnen ihre gesammelten Schätze zur Annahme- und Wiegestelle im Forsthaus Schlott. Von dort aus gehen die Eichelsamen zu den abnehmenden Forstbetrieben.

Luftig in Säcken eingefüllt wurden die Eicheln am Forsthaus Schlott gewogen. Revierleiter Thomas Hubmann freute das Sammelergebnis sehr und wird die Eicheln an die abnehmenden Forstbetriebe weiterleiten

Tettenwang im "Wandel der Zeiten"

Unser Dorf Tettenwang "im Wandel der Zeiten" hier anno 1960...

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